Kathrin goes rouge

„Was wollen wir machen? Ein bisschen storytelling vielleicht? Z.B.: eine Frau kommt abgekämpft endlich in ihr Hotelzimmer…“, „JA! Oder wir schiessen einfach mal ein paar richtig hammergeile Fotos!“ das war Kathrins prompte Antwort auf mein Hirngespinst.

Kathrin Brawand brauche ich nicht mehr vorstellen. Wir sind mit ihr bereits im Noir Studio gewesen. Das wollte ich dieses Mal im Rahmen eines Workshops bei Jean Noir auch wieder besuchen. Glücklicherweise hatte sie etwas Platz im Kalender und wir konnten zuvor in einem nahegelegenen Hotel „ein paar richtig hammergeile“ Bilder machen. Kathrin ist nämlich auch Fotografin und sie hat auch viel zu erzählen. Soviel, dass sie hier auch zu Wort kommt. Ein spannendes Interview mit ihr gibt es weiter unten.

English version.

Die Musik leitete uns durch unser Shooting. Dabei spannten wir den Bogen von melancholischen Tönen von Lisa Gerrard über Morning Sun von Melody Gardot bis zum rhytmusstarken Tango, Época von Gotan Project.

Interview mit Kathrin Brawand

Seit wann Modelst Du und was waren die wichtigsten Schritte auf Deinem Weg?

Also das erste Mal stand ich mit 17 Jahren vor der Kamera, für einen Kalender. Das war in Göttingen bei Foto Wilder, ein Fotostudio das es tatsächlich auch heute noch gibt. Gerne hätte ich das gleiche Set heute nochmals dort, um die körperlichen Veränderung zu sehen. Die wichtigsten Lernschritt waren:

  • höre auf dein Bauchgefühl
  • spiele der Kamera nichts vor, zumindest nichts womit du dich gar nicht identifizieren kannst 
  • kenne deine Stärken noch besser aber auch deine Schwächen 
  • und vor allem habe ich gelernt, dass ich mich so vorbereite dass ich thematisch das Shooting wirklich verstanden habe und auch verkörpern kann.

Deine ersten Akt Fotos, wie kam es dazu?

Tatsächlich war mein erstes Shooting ein Aktshooting, damals noch mit der Einverständniserklärung meine Eltern es sollte einen Kalender für meinen damaligen Freund werden. Der Freund musste gehen, aber die Fotos bleiben.

Hat sich deine Motivation im Lauf der Zeit gewandelt?

Tatsächlich nicht. Ich habe damit aus Neugier und Spaß an der Freude angefangen und obwohl ich mittlerweile mein Geld damit verdiene, hab ich noch genauso viel Spaß daran. Wenn ich nur noch wegen des Geldes, Jobs annehmen würde, dann wäre das für mich ein Zeichen, dass die Modell Zeit langsam aber sicher zu Ende geht.

Wann ist ein Shooting richtig gut und worauf kommt es an?

Für mich ist ein Shooting gut, wenn ich mich emotional frei bewegen kann ohne Scham. Wenn ich den Fotografen in meine eigene Welt ziehen kann, werden die Ergebnisse besser. Denn ich bin der Meinung, dass die gemeinsame emotionale Arbeit an den Bildern, das Geheimnis zum guten, nicht unbedingt zum perfekten Bild ist. Kurz um, ein gutes Shooting besteht aus Freiraum, Sensibilität und einem guten Auge des Fotografen. 

Was ist der Kern von guten Fotos von Dir?

Das Gesicht. Mit meinem Körper kann ich sicher keinen Blumentopf gewinnen. Diesbezüglich fehlt mir die körperliche Größe und die perfekten Formen. Aber ich brauche nur mein Gesicht um zu berühren, mit mir bekommt man eventuell keine Beautiyshots, dafür aber Charakterbilder. 

Gibt es einen heiligen Gral? Welches Foto Abenteuer möchtest du erleben? Vielleicht mit einem besonderen Fotografen shooten?

Mann wird es vielleicht schon erahnen können, der heilige Gral ist eine zerbrechliche Blase voller Gefühl, Erfahrungen und Wagnissen. Ein besonderes Erlebnis wäre eine Shooting Reise nach Island. Die wilde Landschaft, der Körper, Akt oder auch im wehenden Kleid. Sowas in die Richtung. 

Besondere Fotografen finde ich immer wieder auf den Social Media Plattformen. Die schreibe ich dann auch direkt an. Meistens allerdings ohne Erfolg. Wir sind halt im Zeitalter der Perfektion. Ich bin es nicht, also springen eben diese Fotografen nicht an. Sondern die, die das Auge für das unperfekte haben. Aber ja, die Ablehnung ist ein Thema für sich. Ich denke, dass man einige Jahre im Geschäft sein muss um es nicht mehr persönlich zu nehmen.

Du fotografierst auch selbst. Welche Aufnahmebereiche und Modelle? Und was inspiriert dich dabei?

Ja genau, seit einigen Jahren fotografiere ich auch und habe mich auf die Männerfotografie spezialisiert. Zwar kommen zwischendurch auch Paare oder einzelne Frauen aber eher selten. Die Aufnahmebereiche sind Portrait bis Akt. Mich inspirieren dabei die einzelnen Menschen und Geschichten von oberflächlich bis bewegend, von den nackten Tatsachen, zu den versteckten Narben. Am liebsten schwarzweiß, erotisch aber nie plump. In der Fotografie habe ich keine Idole. Natürlich haben Bilder von Größen wie Newton irgendwo einen Einfluss. Allerdings möchte ich nicht Newton, sondern Kathrin sein. Für mich ist es das Schönste, wenn meine Kunden strahlend sagen, dass sie sich toll auf den Fotos finden. Das sie sich noch nie so gesehen haben. Das gibt mir eine innere Befriedigung.

Hast du ein kommendes Projekt von dem du uns erzählen kannst?

Der Regenbogen hat noch viele Farben für uns gelassen. Ja, ich bin wieder dabei an meinem Kalender Projekt zu arbeiten. Das mache ich jetzt schon seit drei Jahren. Der Kalender ist deswegen besonders, weil ich vor und hinter der Kamera alles alleine mache. Sozusagen Selfies auf hohen Niveau. Außerdem habe ich einen OnlyFans Account eingerichtet. Das ist eine Paysite, ursprünglich für Sexarbeiter. Gerade zur Corona Zeit eine tolle Sache. Ich nutze diese Plattform seit ca. vier Wochen und stelle dort unter anderem meine Akt oder auch sonstige Bilder ein, die durch die sozialen Medien zensiert werden würden. Allerdings keine pornösen Bilder, wie eingangs schon erwähnt, braucht man manchmal nur das Gesicht. Wobei ich hier auch manchen Softfetisch bediene. Ich sage nur Beine und Füße.

Kathrins Profile:
Model-Kartei: https://www.model-kartei.de/sedcards/model/531245/kathrinb/
Instagram: https://www.instagram.com/kathrinvonb/
OnlyFans: https://onlyfans.com/kathrinvonb


English version

„What are we gonna do? A little storytelling maybe? For example: „A woman finally comes into her hotel room exhausted“, „YES! or we just shoot some really awesome pictures“, that was Kathrin’s prompt answer to my fantasy.

I don’t need to introduce Kathrin Brawand anymore. We have already been with her in the Noir Studio. This time I wanted to visit it again in the context of a workshop with Jean Noir. Fortunately she had some space in her calendar and we could take some really awesome pictures in a nearby hotel. Kathrin is also a photographer and she also has a lot to tell. An exciting interview with her can be found below.

The music guided us through our shooting. The music led us through our shooting, ranging from melancholic tones by Lisa Gerrard and Morning Sun by Melody Gardot to the rhythmic tango, Época by Gotan Project. Please find the pictures and the Spotify links in the german part above.

Interview

Since when do you model and what were the most important steps on your way?

So the first time I stood in front of the camera for a calendar, that was at the age of 17. That was in Göttingen at Foto Wilder, a photo studio that still exists today. I would have liked to see the same set today again, to see the physical change. The most important learning steps were:

  • listen to your gut feeling
  • do not fake anything to the camera, at least nothing you can not identify with
  • know your strengths even better but also your weaknesses
  • and above all I have learned that I prepare myself in such a way that I really understand and can embody the shooting thematically

Your first act photos, how did that happen?

In fact, my first shooting was a nude shoot, at that time with my parents’ permission, it was for a calendar for my boyfriend. The boyfriend had to leave, but the photos stayed.

Has your motivation changed over time?

Actually, not. I started doing this out of curiosity and pleasure, and although I now make a living out of it, I still enjoy it just as much. If I would only take jobs because of the money, it would be a sign for me that the model time is slowly but surely coming to an end.

When is a shooting really good and what does it depend on?

For me a shooting is good, if I can move emotionally freely without shame. If I can pull the photographer into my own world, the results will be better. Because I believe that working emotionally together on the pictures, the secret to good, is not necessarily to the perfect picture. In short, a good shooting consists of freedom, sensitivity and a good eye of the photographer.

What is the essence of good photos of you?

The face. I certainly can’t win a flower pot with my body. In this respect, I lack the physical size and perfect forms. But I only need my face to touch, with me you might not get beautiy shots, but character pictures.

Is there a Holy Grail? Which photo adventure do you want to experience? Maybe shoot with a special photographer?

You may be able to guess, the holy grail is a fragile bubble full of emotion, experiences and risks. A special experience would be a shooting trip to Iceland. The wild landscape, the body, nude or even in a waving dress. Something like that.

I always find special photographers on the social media platforms. I write to them directly. Mostly without success, though. We are just in the age of perfection. I’m not, so these photographers don’t start. But those who have an eye for the imperfect. But yes, rejection is an issue in itself. I think you have to be in business for a few years to stop taking it personally.

You are a photographer, too. Which shooting areas and models? And what inspires you?

Yes exactly, for some years now I have also been taking pictures and have specialized in men’s photography. Although couples or single women come in between but rather rarely. The shooting ranges are portrait to nude. I am inspired by the individual people and stories from superficial to moving, from the naked facts to the hidden scars. Preferably black and white, erotic but never clumsy. I have no idols in photography. Of course, pictures by greats like Newton have an influence somewhere. But I don’t want to be Newton, I want to be Kathrin. For me, the most beautiful thing is when my customers say with a smile that they think they are great in the photos. That they have never seen themselves like that before. It gives me an inner satisfaction.

Do you have an upcoming project you can tell us about?

The rainbow has left many colours for us. Yeah, I’m back to work on my calendar project. I’ve been doing that for three years now. The calendar is special because I do everything alone in front and behind the camera. So to speak selfies on a high level. I have also set up an OnlyFans account. This is a paysite, originally for sex workers. Especially at the Corona time a great thing. I’m using this platform since about four weeks and post my nude or other pictures that would be censored by the social media. But no porn pictures, as mentioned at the beginning, sometimes you only need the face. Whereby I also serve some soft fetish here. I only say legs and feet.

Kathrin’s profile:
Model-Kartei: https://www.model-kartei.de/sedcards/model/531245/kathrinb/
Instagram: https://www.instagram.com/kathrinvonb/
OnlyFans: https://onlyfans.com/kathrinvonb

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