Boudoir

„Na! Du bist ja witzig!“, meine Frau sieht mich verschmitzt an. „Nun gehst Du also mit einer flotten jungen Dame in ein Hotelzimmer und nimmst auch noch eisgekühlte Alkoholika mit.“ Ich: „Nun, schließlich muss man sich als verantwortungsvoller Fotograf auch um das leibliche Wohl des Models sorgen.“ Die Palette mit den 12 Tetrapacks Milch unter meinem Arm irritierten sie zusätzlich etwas.

(scroll down for engl. version)

Sie schmunzelt und fragt: „In welches Hotel geht ihr eigentlich?“.  „Ins Lindner, weil die haben die besten Badewannen.“ griente ich zurück und erntete dabei ein Grinsen.

Dieser süß, sauer, komische Dialog leitete mein erstes Boudoir Dessous-Shooting ein. Ich bin sehr happy und dankbar, dass meine Frau diese fotografischen Ausflüge so locker sieht. Das ist bestimmt nicht selbstverständlich, andere Fotografen können dazu gerne mal ihre Erfahrungen in den Kommentaren posten.

Das Model, Eva kannte ich jetzt schon etwas länger. Drei gemeinsame Portrait-Foto-Sessions waren vorangegangen. Eva modelt seit sie 10 Jahre alt ist. Also ist sie ganz im Gegensatz zu mir ein „alter Hase“ und verfügt über einen immensen Erfahrungsschatz. Offensichtlich habe ich bis dahin nicht zu viel falsch gemacht, denn Sie sagte mir zu, auch bei diesem Projekt mitzuwirken.

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Ein roter Faden war per lean storytelling schnell gefunden. Die Dame kommt, von was auch immer, geschafft ins Hotelzimmer. Chillt down und entspannt sich etwas. Darauf folgt ein „getting ready“ für was auch immer. Ganz klassisch also, was auch sonst?

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Das Buchen des Hotelzimmers verlief problemlos, ich ließ mir zuvor das Zimmer vom Concierge einmal kurz zeigen. Schließlich wollten wir ohne Kunstlicht auskommen, so war ein Überblick über die vorherrschende Lichtverhältnisse wichtig. Nach der Besichtigung kannte ich auch das Detail mit der Badewanne, doch dazu später mehr.

2018-07-21 15.39.03_1-60 Sek. bei f - 1,8-55 mm-ISO 400-ILCE-7RM2-Gelb.jpgWir trafen uns und checkten ein. Ein kurzer Rundgang durchs Zimmer, dann erstmal zusammensetzen und schnacken. Was wir vor hatten war zuvor besprochen worden und klar, so wurde noch mal über Kleidung gesprochen. Bevor es los gehen konnte war noch ein geschmackloses Bild von der Wand zu entfernen. Zu oft schon sind mir solche Dinge erst viel später auf den Fotos aufgefallen. #Anfängerfehler

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Der Raum bot uns ein fantastisches Fensterlicht. Der dahinter liegende Balkon lud zusätzlich zu Vernschaufpäuschen ein.

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Dieses Dessous-Shooting war für mich das erste dieser Art. Mein Schwerpunkt lag in der letzten Zeit auf der Portrait-Fotografie. Ganz automatisch landet man – erstmal im Shootingflow angekommen – auch wieder dort. Schon deshalb, weil es die Augen sind auf die man fokussiert und nichts anderes.

Gleichwohl kann man der zeitlichen Abfolge der Bilder entnehmen, wie nach und nach mehr Nähe entsteht und ihr Ausdruck offener und vertrauter wird. Das mag ein zufälliger Nebeneffekt sein. Aktfotograf Andreas Jornshat in seinem letzten Podcast „Bunt“ebenfalls von dieser Beobachtung gesprochen.

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In Vorbereitung vorangegangener Shootings hatte Eva mir auf ihrem Moodboard sehr kunstvolle Fotos von in Milch getauchten Modellen gezeigt. Das wollten wir ebenfalls versuchen und dafür war auch die Milch gedacht. Als ich mit meinem Megapack Milch erschien erntete ich Evas Gelächter. „Was hast Du denn vor? Da reichen doch ein-zwei Liter.“

Hatte ich schon erwähnt, das sie ein „alter Hase“ ist? Sie hatte absolut recht damit und wir werden noch im Herbst mit der restlichen Milch unseren Kaffee und das Müsli bereiten können.

Tatsächlich hatte ich alternativ noch eine „Milch und Honig“ Badezusatz erworben, das ging jedoch schief. Das Wasser war nicht milchtrüb, dafür die Oberfläche voll mit Schaum.

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An dieser Stelle möchte ich mich nochmal ganz herzlich bei Eva für ihre Geduld mit mir und ihre Leidenschaft bedanken. Es hat uns beiden sehr viel Spass gemacht und ich habe von ihr einiges lernen können. Es wird bestimmt noch mehr gemeinsame  Shootings geben.

Das Model:

Evas Sedcard bei www.Model-Kartei.de: https://www.model-kartei.de/sedcards/model/479786/eida/

Evas Instagram: https://www.instagram.com/eva_ayda

Die Technik: Sony A7RII, Sony 35mm f/1.8, Sony-Zeiss 55mm f/1.8, Sony 85mm f/1.8

 

„Well! You’re funny! „, My wife looks at me mischievously. „So now you’re going with a dashing young lady in a hotel room and you take chilled alcoholic drinks from the fridge with you.“ Me: „Well, finally as a photographer you are responsible for the well-being of models.“ The 12 tetrapacks of milk under my arm irritated her a bit more. She snorts, „Hmmpf. Which hotel are you actually going to? „. „Lindner, because they have the best bathtubs.“ I grinned back.

This sweet, sour, funny dialogue ushered in my first boudoir lingerie shoot. I am very happy and grateful that my wife sees these photographic trips so easily. This is certainly not self-evident, other photographers may like to post their experiences in the comments.

The model, Eva, I already knew a little longer. 3 portrait photo sessions had preceded. Eva has been modeling since she was 10 years old. So she is in contrast to me an „old stagger“ and is very experienced. Obviously, I have not done too much wrong till now, because she agreed to help me with this project.

A common thread was quickly found through lean storytelling. The lady comes, of whatever, made it to the hotel room. Chill down and relax a bit. This is followed by a „getting ready“ for whatever. Quite classic, then, what else?

The booking of the hotel room went smoothly. The concierge showed the room to me briefly. Finally, we wanted to get along without artificial light, so an overview of the available light conditions was important for us. After the visit I also knew the detail with the bathtub, but more on that later.

We met and checked in. A short tour through the room, then we talked together. What we had in mind was discussed before. So it was once again about clothing. Before we could start we had to remove a picture from the wall. Too often, such things have bombed my pictures, which I recognized much later in the photos. # Rookie mistakes

The room offered us a fantastic window light. The balcony behind it invited in addition to a small break.

This lingerie shoot was for me the first of its kind. My focus has lately been on portrait photography. Automatically you come – if you are in the right flow – again to it. That’s because it’s the eyes you focus on and nothing else.

Nevertheless, one can see from the chronology of the images how gradually more closeness arises and how hers expression becomes more open and familiar. That may be a random side effect. Photographer Andreas Jorns also spoke about this observation in his last podcast „Bunt“.

In preparation for previous shootings, Eva had shown me very elaborate photos of milk-dipped models on her mood board. We wanted to try that as well and the milk was meant for that. When I appeared with my megapack milk, I earned Eva’s laughter. „What do you intend to do, one to two liters are enough!“

Did I already mention that she is an „old stagger“? She was absolutely right and we will be able to prepare our coffee and cereals in the autumn with the delicious milk.

In fact, I had alternatively bought a „milk and honey“ bath additive, but that went awry. The water was not milk cloudy, but the surface was full of foam.

At this point I would like to thank Eva very much for her patience with me and her passion. It was a lot of fun for both of us and I learned a lot from Eva. There will certainly be more shootings.

The model: Eva

Eva’s Sedcard at www.Model-Kartei.de: https://www.model-kartei.de/sedcards/model/479786/eida/

Evas Instagram: https://www.instagram.com/eva_ayda

The Technique: Sony A7RII, Sony 35mm f/1.8, Sony-Zeiss 55mm f/1.8, Sony 85mm f/1.8

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